Motivation und Beteiligung von Leistungsberechtigten – Beziehung, Entwicklung und Umwelt verstehen

Beschreibung

In diesem eintägigen Workshop widmen wir uns dem Thema Motivation und Beteiligung von Leistungsberechtigten im Kontext von Werkstatt und Tagesstruktur. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage, wie Menschen „motiviert werden können, sondern wie Motivation überhaupt entsteht – und welche Rolle Beziehung, sozial-emotionale Entwicklung, Umweltfaktoren und institutionelle Rahmenbedingungen dabei spielen.

Leistungsberechtigte wirken im Alltag manchmal unmotiviert, ziehen sich zurück oder nehmen Angebote nicht wahr. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Funktionen dieses Verhalten haben kann und wie Fachkräfte Motivation differenzierter verstehen können – jenseits von Druck, Appellen oder reiner Verhaltenssteuerung.

Der Workshop verbindet entwicklungspsychologische, systemische und neurobiologische Perspektiven mit dem Alltag der Eingliederungshilfe. Dabei werden unter anderem Fragen aufgegriffen wie: Was brauchen Menschen, um sich auf Angebote einlassen zu können? Welche Bedeutung haben Bindung und Beziehung für Motivation und Beteiligung? Wie entsteht institutionelle Bindung? Welche Rolle spielen Umweltfaktoren, Gruppendynamiken und Strukturen in Werkstatt und Tagesstruktur? Und wie kann Beteiligung passungsgerecht gestaltet werden?

Eigene Praxisbeispiele und Fragestellungen der Teilnehmenden werden in die gemeinsame Reflexion und Fallarbeit einbezogen.

Schwerpunkte:

  • Motivation verstehen statt herstellen: Motivation als Zusammenspiel von Beziehung, Entwicklung, Umwelt und strukturellen Bedingungen.
  • Sozial-emotionale Entwicklung und ihre Bedeutung für Motivation, Sicherheit und Beteiligung.
  • Bindung, Beziehung und institutionelle Bindung im Kontext von Werkstatt und Tagesstruktur.
  • Umweltfaktoren und Systembedingungen im Sinne der ICF: Welche Bedingungen fördern oder hemmen Motivation und Beteiligung?
  • Wunsch- und Wahlrecht, Mitwirkungspflicht und Spannungsfelder zwischen Wohlbefinden und Leistungsanforderungen.
  • Gruppenprozesse, Dynamiken und Heterogenität in Tagesstruktur und Werkstatt.
  • Beteiligung im Alltag: Gestaltung von Beziehung, Kommunikation, Atmosphäre und nonverbalen Zugängen.
  • Fallarbeit mit eigenen Praxisbeispielen: Reflexion von Motivationsprozessen, Rückzug und Handlungsmöglichkeiten.
  • Austausch und Reflexion: Welche Haltung bringe ich selbst mit? Was wirkt unterstützend – und was möglicherweise nicht?

 

Erreichbare Kompetenzen / Ausgewählte Inhalte

Sie erhalten einen Tag voller Impulse, Reflexionsräume und Praxisanregungen. Sie kehren zurück in Ihren Alltag mit:

  • einem vertieften Verständnis von Motivation, Beteiligung und Rückzug bei Leistungsberechtigten.
  • erweiterten Perspektiven auf die Bedeutung von Beziehung, sozial-emotionaler Entwicklung und Umweltfaktoren.
  • konkreten Ideen zur passungsgerechten Gestaltung von Beteiligung im Alltag von Werkstatt und Tagesstruktur.
  • größerer Sicherheit im Umgang mit geringer Beteiligung, Rückzug und unterschiedlichen Motivationslagen.
  • Impulsen für Fall- und Teamarbeit sowie zur Reflexion institutioneller Bedingungen im eigenen Arbeitsfeld.

Termine

Kursdatum
24.11.2026
Uhrzeit
09:00 - 16:00

Kurs-Details

Gebühr
224,00 €
Kategorie
Teilhabe & Sozialraum
Zielgruppe
Interessierte aus EGH
Dozentin/Dozent
Mareike Covella
Stunden
8
Abschluss
Teilnehmerbescheinigung
Kontakt und Infos
Ivonne Abel, Tel. 0208 444692-0

Einrichtung

Fliedner Akademie
Wissollstr. 15
45478 Mülheim a.d. Ruhr
Tel.: (0208) 444 692 - 0
akademie@fliedner.de